Welche Milchnahrung ist die Richtige fürs Baby?

Tipp der Redaktion Ein Leitfaden für Eltern von Flaschenkindern

05.11.2009 Julia Mey

Pre-Milch oder 1er-Milch? HA-Milch oder Bauchweh-Milch? Über Zusammensetzungen, Dosierungen und Empfehlungen von Kinderärzten informiert der folgende Artikel.

Wer die Wahl hat, hat die Qual: Wer nicht stillen kann oder will, greift auf Säuglingsmilchnahrungen zurück. Doch hier müssen sich frischgebackene Eltern nicht nur zwischen Hipp, Alete, Humana und Co sondern auch zwischen Pre-Milch, 1er-Milch, HA-Milch, Milch mit LCP-Zusätzen, Bauchweh-Milch und vielen weiteren Varianten entscheiden. Viele Mütter und Väter, die zum ersten Mal vor den Regalen für Babynahrung im Drogeriemarkt stehen, sind angesichts der Fülle des Angebotes überfordert. Der folgende Leitfaden kann bei der Entscheidung helfen:

Pre-Milch

Auf dem Etikett findet sich der Zusatz "Pre". Diese Nahrung kommt der Muttermilch am nächsten, da sie ihr in puncto Fett-, Eiweiß- und Mineralstoffgehalt stark angeglichen ist („adaptiert“). Als einziges Kohlenhydrat enthält sie den wenig süßen, verdauungsfördernden Milchzucker (Lactose). Das Baby kann Pre-Milch von Geburt an erhalten und davon trinken so oft und viel es möchte. Bei den meisten Neugeborenen sind das fünf bis sechs Fläschchen pro Tag. Manche Produkte enthalten spezielle mehrfach ungesättigte Fettsäuren ("LCP" oder "LC-PUFA"). Sie sind in ähnlicher Form auch in der Muttermiilch vorhanden.

1er-Milch

Auf dem Etikett findet sich die Ziffer "1". Das hier enthaltene Milcheiweiß ist im Gegensatz zu Pre-Nahrung nicht komplett dem Muttermilcheiweiß angepasst. 1er-Milch ist etwas dickflüssiger als Pre-Milch, da sie neben Milchzucker auch Stärke und andere Kohlenhydrate enthält. Stärke bewirkt, dass die Milch länger im Magen bleibt als Pre-Milch und so stärker sättigt. 1er-Nahrung kann das Baby theoretisch von Anfang an und das ganze Flaschenalter hindurch bekommen. Wegen der schneller erreichten Sättigung sollten Eltern die Dosierungsempfehlungen möglichst genau beachten.

2er-Milch

2er-Milchkann etwa ab dem sechsten Lebensmonat gefüttert werden und wird auch Folgenahrung genannt. Den Nährstoffbedarf des Babys kann 2er-Milch nicht allein decken. Sie wird daher parallel zur Beikost gefüttert. In der 2er-Milch ist im Vergleich zu Pre-Milch und 1er-Milch das enthaltene Milcheiweiß nicht adaptiert. Außerdem enthält Folgemilch mehr Stärke als 1er-Milch und manchmal auch künstliche Aromen.

3er-Milch

3er-Milch wird auch als Kindermilch oder Juniormilchnahrung bezeichnet. Sie wird für Babys ab acht Monaten angeboten. Ihr hoher Stärkegehalt macht 3er-Milch besonders dickflüssig und sämig. Diese Folgemilch gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen, manchmal auch angereichert mit Getreideflocken oder mit größeren Mengen an künstlichen Aromen und Kristallzucker. Deshalb gilt hier: Unbedingt auf die Zusammensetzung achten!

HA-Milch

HA steht für hypoallergen. HA-Milch ist in den Varianten Pre, 1 und 2 erhältlich und für allergiegefährdete Kinder geeignet, bei denen ein oder beide Elternteile bzw. Geschwister Allergien haben. Bei HA-Milch wird das Milcheiweiß in so kleine Eiweißbausteine aufgespalten, dass der Körper des Babys diese nicht mehr so leicht als fremdes Eiweiß erkennt. Daher wird diese Milchnahrung auch als „antigenarm“ bezeichnet.

Bauchweh-Milch

Hat das Baby Verdauungsprobleme gibt es auch dafür inzwischen Spezialnahrungen. Verdauungsstörungen beruhen oft auch einer vorübergehenden Milchzuckerunverträglichkeit. Im Handel gibt es dafür milchzuckerfreie und Milchzuckerreduzierte Nahrungen sowie Milchnahrung auf Sojabasis.

Was Ärzte empfehlen

Stillen ist ganz klar die erste Wahl. Hier sind sich Kinderärzte und Hebammen einig. Können oder wollen Mütter nicht stillen, wird häufig Pre-Milch empfohlen, da sie der Muttermilch am ähnlichsten ist. Wenn das Baby mit seiner Pre-Nahrung gut zurecht kommt, besteht kein ernährungsphysiologischer Grund, im ersten Lebensjahr eine Folgemilch zu geben.

Was aktuelle Tests sagen

Haben sich Eltern dafür entschieden, ihrem Kind Pre-Milch oder 1er-Milch zu geben, kann bei der Wahl der Marke ein Test von Ökotest aus dem Jahr 2009 helfen, aus dem hervorgeht, dass viele Milchnahrungen zu hohe Gehalte an 3-MCPD-Fettsäureestern enthalten, die hoch dosiert schädlich seien können.

Der Artikel Welche Milchnahrung ist die Richtige fürs Baby? in Säuglinge & Kleinstkinder unterliegt dem Urheberrecht. Jegliche Verwendung dieses Textes, auch auszugsweise, erfordert die vorherige schriftliche Erlaubnis des Autors. Autor des Artikels Welche Milchnahrung ist die Richtige fürs Baby? ist Julia Mey.
Säuglingsmilchnahrung, Mey Säuglingsmilchnahrung
8 Monate altes Flaschenkind, Mey 8 Monate altes Flaschenkind
 
;