Stillen oder Nicht-Stillen?Muttermilch versus Babynahrung
Bei der Geburt eines Kindes ist die Entscheidung „Brust oder Flasche" mitunter eine der wichtigsten für Mutter und Kind.
In letzter Zeit gab es viele Diskussionen zum Thema Muttermilch oder Babynahrung. Angstmachende Meldungen(die sich nicht bewahrheitet haben), dass Umweltgifte, die angeblich in der Muttermilch gefunden wurden gefährlich für das Wohl des Kindes sind, haben viele Mütter verunsichert. Auch, wenn sich die Babynahrungen qualitativ sehr gebessert haben, überwiegen dennoch die Vorteile des Stillens. Welche Vorteile hat Muttermilch?Muttermilch hat eine einzigartige Zusammensetzung und enthält alles, was ein Baby braucht. Sie ist jederzeit, überall und kostenlos verfügbar und hat immer genau die richtige Temperatur. Außerdem versorgt sie das Baby mit Immun- und Abwehrstoffen, ist also ein wichtiges Präventivmittel gegen Allergien. Mittlerweile gibt es zwar auch schon von verschiedenen Herstellen eine hypoallergene Anfangs-Milchnahrung zur Allergieprophylaxe, die aber nicht mit der Muttermilch mithalten kann. Welche Bedeutung hat Stillen für die Mutter-Kind-Beziehung?Stillen ist ein inniges und wunderbares Erlebnis zwischen Mutter und Kind. Diese Zeit gehört nur den beiden und fördert durch Intimität und Nähe die Beziehung. Aber auch, wenn man sein Kind mit der Flasche füttert sind dies Vertrauen schaffende und liebevolle Augenblicke. Wichtig ist, dass man sein Kind in einem angenehmen, ruhigen Ambiente und in einer gemütlichen Position nährt. Ab wann hat eine Mutter Milch?Viele Krankenhäuser vertreten mittlerweile die Methode des direkten Anlegens nach der Geburt. Das heißt, das Baby wird im Kreißsaal noch bevor es gereinigt oder untersucht wird, direkt an die Brust der Mutter gelegt. Dies hat einerseits den Vorteil, dass das Baby durch den vertrauten Geruch und Herzschlag der Mutter beruhigt wird, andererseits hat es gleich die Möglichkeit die Brust zu erforschen und den Milchfluss anzuregen. Je früher und häufiger ein Kind an der Brust trinkt, desto mehr Milch wird produziert. Noch vor einigen Jahren wurde, wenn nicht gleich nach der Geburt die Milch floss, sofort auf Flasche umgestiegen. Man weiß aber, dass der Milcheinschuss bei jeder Frau anders ist. Bei manchen Frauen kommt die Milch gleich, bei anderen kann es zwischen 2 und 8 Tagen dauern. Die Natur hat hier gut vorgesorgt, in dem sie den Magen des Babys sehr klein angelegt hat. Das Baby braucht also in den ersten Tagen nach der Geburt nur sehr wenig Nahrung. Wie lange sollte man stillen?Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Die nationale Stillkommission empfiehlt in den ersten 6 Monaten die ausschließliche Ernährung mit Muttermilch. Danach kann nach und nach eine Stillmahlzeit durch Breinahrung ersetzt werden. Wenn man gänzlich abstillen möchte, ist es wichtig dem Baby und sich selber Zeit zu geben. Denn nur ein langsames Abstillen ermöglicht eine sanfte Umstellung. Brust oder Flasche?Ob man stillt oder seinem Baby die Flasche gibt muss jede Mutter selbst entscheiden. Wichtig ist, dass sie hinter ihrer Entscheidung steht. Es macht keinen Sinn sein Kind nur deshalb zu stillen, weil es die Umgebung erwartet. In Wirklichkeit empfindet man aber eine Abneigung gegen das Stillen. Viele Frauen entscheiden sich aufgrund empfindlicher Brustwarzen, oder weil sie zeitlich unabhängiger sein wollen oft auch berufsbedingt, für die Flaschennahrung. Es kann auch vorkommen, dass eine Frau stillen möchte, aber nicht genug Milch hat und daher auf die Flaschennahrung umsteigen muss.
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